Møn ist eine klassische Natururlaubsinsel, und das Übernachtungsangebot ist entsprechend geprägt von Ferienhäusern und Camping. Große Hotelketten sucht man vergeblich – dafür gibt es viel Ruhe, Nähe zur Natur und einen zentralen Knotenpunkt in Stege, von dem aus die ganze Insel in kurzer Zeit erreichbar ist. Welche Unterkunftsart und welche Lage passt, hängt vor allem davon ab, ob du selbst versorgen, baden oder direkt an der Steilküste wohnen willst.
Ferienhaus – die häufigste Wahl
Ferienhäuser sind auf Møn die verbreitetste Urlaubsunterkunft. Vom einfachen Holzhaus bis zum modernen Haus mit Kamin und Meerblick ist alles dabei. Sie eignen sich besonders für Familien und längere Aufenthalte, weil man sich selbst versorgen kann – wichtig auf einer Insel mit überschaubarem Gastronomieangebot. Vermietet wird meist wochenweise mit festem Wechseltag von Samstag zu Samstag.
Die Preise schwanken stark mit der Saison. Ein typischer Anbieter-Tarif liegt in der Hauptsaison Juli/August bei rund 2.200 Euro (etwa 16.400 DKK) pro Woche, in der Zwischensaison Mai/Juni und September/Oktober bei rund 1.450 Euro (etwa 10.800 DKK). Beim Vergleich lohnt der Blick auf die Nebenkosten: Strom wird oft separat nach Verbrauch berechnet (Größenordnung 0,70 Euro pro Kilowattstunde), dazu kommt in der Regel eine Endreinigung. Häuser direkt am Meer oder mit Pool, Sauna und Kamin liegen über diesen Werten.
Wer mit Hund reist, findet auf Møn ein breites Angebot – allein bei einem deutschen Vermittler sind über 80 Häuser mit erlaubtem Hund gelistet. Große Plattformen wie NOVASOL bieten zudem Filter für hundefreundliche oder barrierefreie Unterkünfte; eine konkret zertifizierte, rollstuhlgerechte Einzelunterkunft mit belegter Ausstattung lässt sich aber nur über den direkten Kontakt mit dem Anbieter zuverlässig prüfen.
Camping und Glamping
Camping hat auf Møn Tradition, und der mit Abstand bekannteste Platz liegt direkt hinter der Steilküste. Camp Møns Klint (auch Møns Klint Resort, Klintevej 544 in Borre, beim GeoCenter) bietet rund 400 Stellplätze zwischen 16 und 150 Quadratmetern für Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte sowie 37 Mietunterkünfte vom Hütten- bis zum Glamping-Zelt. Geöffnet ist saisonal vom 1. April bis 31. Oktober.
Was den Platz von einem einfachen Stellplatz abhebt:
- Beheizter Außenpool, in Betrieb in der Hochsaison von Ende Mai bis August.
- Duschen, Minigolf und WLAN sind im Stellplatzpreis enthalten.
- Mietunterkünfte in mehreren Kategorien – darunter 11 Glamping-Zelte sowie Hütten als Dark Sky Suites und Hill- bzw. Forest Cabins. Die Dark-Sky-Anspielung kommt nicht von ungefähr – Møn ist als Dark-Sky-Park ausgewiesen.
Tagesaktuelle Stellplatzpreise für die laufende Saison gibt der Platz nur über sein Online-Buchungssystem aus; eine feste Preisliste lässt sich vorab nicht zuverlässig nennen.
Bitte nicht mit Wildcampen verwechseln – dazu mehr im Abschnitt weiter unten.
Hotels, Gasthöfe und B&B
Das Angebot an festen Häusern ist klein und konzentriert sich auf Stege und die Küste. Zwei Beispiele für die Bandbreite:
- Hotel Præstekilde (Møn Golf Resort bei Keldbylille nahe Stege) hat rund 41 Zimmer mit eigenem Bad, TV und WLAN, ein Restaurant und Blick auf den Stege Nor beziehungsweise den Golfplatz. Es ist ganzjährig geöffnet – praktisch außerhalb der Sommermonate, wenn vieles schließt.
- Motel Stege ist die günstigere Variante – 12 Zimmer, alle mit eigenem Bad/WC, TV und Internet, einige mit Küchenzeile plus gemeinsamer Küche. Buchungsportale nennen je nach Saison meist etwa 850 bis 1.250 DKK pro Nacht.
Kleinere B&B und Gasthöfe öffnen oft nur saisonal; die genauen Schließzeiten außerhalb des Sommers variieren von Betrieb zu Betrieb und sollten vor der Buchung direkt erfragt werden. Verlässlich ganzjährig ist am ehesten ein Hotel wie das Præstekilde. Wer im Winter kommt, sollte ohnehin mit eingeschränktem Angebot rechnen – mehr dazu im Guide zur besten Reisezeit.
Welche Lage passt?
Møn ist klein, alle Wege führen über Stege. Die Standortwahl entscheidet vor allem darüber, wie nah du an der Natur oder an der Versorgung bist:
- Stege als Inselhauptstadt ist der praktischste Standort – zentral, beste Versorgung, kurze Wege in alle Richtungen.
- Klintholm Havn und der Osten rund um Borre liegen am nächsten zur Steilküste und zur Natur. Von Klintholm Havn nach Stege sind es rund 16 Kilometer (etwa 16 Minuten Fahrt), von Borre nach Stege rund 11 Kilometer (etwa 12 Minuten). Ideal, wenn Møns Klint im Mittelpunkt steht.
- Der Westen und die kleinen Nachbarinseln Bogø und Nyord sind besonders ruhig und ländlich – schön für alle, die wenig Trubel suchen, aber mit längeren Wegen zur Versorgung.
Wie man überhaupt auf die Insel und vor Ort herumkommt, steht im Anreise-Guide.
Selbstversorgung und Einkaufen
Weil viele Ferienhäuser abgelegen liegen, lohnt es sich, die Versorgung mitzudenken. Die Hauptversorgung der Insel sitzt in Stege – dort gibt es mehrere Supermärkte, darunter einen großen REMA 1000 am Hafenareal (rund 1.200 Quadratmeter, Kostervej), dazu Netto, Fakta und einen SuperBrugsen in Lendemark.
Außerhalb Steges wird das Netz dünner:
- In Klintholm Havn versorgt ein kleiner Min Købmand / Mini-Brugsen (Klintholm Havneby) den Osten, geöffnet etwa von 8 bis 19 Uhr.
- In Borre gibt es einen Dagli’Brugsen für die Grundversorgung.
Für abgelegene Standorte im Westen oder an der Küste ist ein Vorrat aus Stege sinnvoll, zumal die Öffnungszeiten der kleinen Läden begrenzt sind. Wo man auswärts essen kann, steht im Guide zu Essen & Trinken; Tipps speziell für Familien gibt der Guide Møn mit Kindern.
Wildcampen und Naturzelten
Echtes Wildcampen ist in Dänemark nicht erlaubt – wer etwa mit dem Camper am Strand übernachtet, riskiert ein Bußgeld. Es gibt aber legale Alternativen, die gut zu einem Naturaufenthalt auf Møn passen: ausgewiesene Naturlagerplätze und die fri-teltning-Wälder der Naturstyrelsen, in denen freies Zelten ausdrücklich gestattet ist.
Dort gilt die einfache 1-2-3-Regel:
- nur eine Nacht am selben Platz,
- höchstens zwei Zelte,
- maximal drei Personen pro Platz.
VisitDenmark bestätigt offiziell die Grenze von maximal einer Nacht pro Standort nach dem Prinzip „leave no trace”. Eine oft kolportierte „5-Nächte-Regel” existiert dagegen nicht. Wer auf Møn wandert und unterwegs übernachten möchte, plant am besten anhand der offiziellen Naturzeltplätze – passend zu den Routen im Wander-Guide.
Buchung – früh dran sein lohnt sich
Ferienhäuser auf Møn werden überwiegend über überregionale Vermittler und Plattformen gebucht. Verbreitet sind:
- Feriepartner (Feriepartner Møn mit rund 300 Häusern), NOVASOL/dansommer, DanCenter und Sol og Strand,
- Plattformen wie Holidu, traum-ferienwohnungen, Casamundo und Airbnb,
- als offizielles Tourismusportal der Region Sydsjælland & Møn.
Beim Zeitpunkt gilt eine klare Empfehlung: früh buchen. In Juli und August ist die Insel gut ausgelastet, und besonders gefragte Häuser – am Meer, mit Pool, Sauna oder Kamin – sind oft Monate im Voraus vergeben. Anbieter starten den Vorverkauf der Folgesaison meist schon im Vorjahr. Wer flexibel ist, weicht auf Mai/Juni oder September/Oktober aus: niedrigere Preise, mehr Verfügbarkeit und eine ruhigere Insel. Und wie überall in Dänemark sollte man das Preisniveau einkalkulieren – es liegt spürbar über dem in Deutschland gewohnten.