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Kirchen auf Møn

Møn hat drei berühmte Freskenkirchen: Elmelunde, Keldby und Fanefjord. Ihre Gewölbe tragen die mittelalterlichen Kalkmalereien des Elmelunde-Meisters um 1500 – alle frei zugänglich.

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Inhalt

Neben den Kreidefelsen ist Møn vor allem für seine Kalkmalerei-Kirchen bekannt. In drei mittelalterlichen Dorfkirchen – Elmelunde, Keldby und Fanefjord – sind die Gewölbe über und über mit Fresken bedeckt. Die berühmtesten schuf ein namentlich unbekannter Künstler, den man nach seinem Hauptwerk schlicht den Elmelunde-Meister nennt; er war in den 1480er-Jahren tätig und schuf seine Hauptwerke um 1500. Die Bilder erzählen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament – von der Schöpfung bis zum Jüngsten Gericht – und dienten der lesensunkundigen Bevölkerung als bildhafte „Armenbibel”. Nach der Reformation übertüncht, wurden sie erst im späten 19. und im 20. Jahrhundert wiederentdeckt und zählen heute zu den bedeutendsten mittelalterlichen Wandmalereien Nordeuropas.

Wer war der Elmelunde-Meister?

Über den Künstler selbst weiß man fast nichts – nicht einmal seinen Namen. Identifizieren lässt er sich nur über seine Handschrift und über ein wiederkehrendes Emblem, ein Bomærke, das sich in allen drei Møner Kirchen findet. Sein Stil ist unverkennbar:

  • Warme Farbskala: von Dunkelrot und Rotbraun bis zu Pastelltönen in Gelb, Grün, Grau und Schwarz.
  • „Schläfrige Augen”: Seine Figuren tragen charakteristisch halbgeschlossene Lider (dänisch søvnige øjne) – in Himmels- wie in Höllenszenen gleichermaßen.
  • Ranken als Rahmen: Blumen, Blätter und Baumzweige trennen die einzelnen Szenen voneinander und ziehen sich über die Gewölbe.

Als Vorlage dienten ihm die Biblia pauperum, gedruckte Holzschnittbücher mit biblischen Bildfolgen. Stellenweise übernahm er dabei sogar Rechtschreibfehler und fehlerhaftes Latein seiner Vorlagen. Seine Werkstatt arbeitete nicht nur auf Møn: Werke werden ihm und seiner Schule auch auf Falster (Tingsted, Nørre Alslev, Aastrup) und auf Lolland (Kettinge) zugeschrieben.

Die drei Freskenkirchen im Überblick

Die Elmelunde Kirke ist die älteste der drei; ihr Kern reicht ins 13. Jahrhundert zurück. Ihr Name gab dem Meister den Beinamen, und ihre Gewölbe wurden um 1500 geschlossen aus einer Hand bemalt – Schöpfung, Geburt Christi und Jüngstes Gericht, gerahmt von Ranken und Ornamenten.

Die Keldby Kirke östlich von Stege zeigt das umfangreichste Bildprogramm: Hier schichten sich Fresken aus vier Epochen übereinander – ein Chorbild um 1275, ein großes Jüngstes Gericht um 1325, die Gewölbeausmalung des Elmelunde-Meisters um 1480 und ein weiteres Chorbild um 1600. Wer genau hinsieht, kann den Wandel von Farbigkeit und Figurenstil über die Jahrhunderte vergleichen.

Die Fanefjord Kirke im Südwesten der Insel gilt vielen als das Meisterwerk unter den drei Kirchen – künstlerisch am geschlossensten vom Elmelunde-Meister geprägt. Die Malereien wurden 1932 bis 1934 freigelegt und 2009 umfassend restauriert, weshalb sie heute besonders farbintensiv wirken. Direkt nebenan liegt das 102 Meter lange Großsteingrab Grønsalen (Grønjægers Høj), frei zugänglich im offenen Gelände.

So besuchst du die Kirchen

Keldby und Elmelunde liegen direkt an der Hauptstraße von Stege zu den Kreidefelsen: Keldby rund 4 km östlich von Stege, Elmelunde noch etwa 3,5 km weiter östlich. Beide lassen sich gut als Stopp auf dem Weg zu Møns Klint einplanen. Fanefjord dagegen liegt abseits dieser Achse im Südwesten der Insel und erfordert einen separaten Abstecher (Größenordnung 15 bis 16 km von Keldby).

  • Adressen: Elmelunde Kirke, Leonora Christines Vej 1, 4780 Stege; Keldby Kirke, Præstegårdsstræde 6, 4780 Stege; Fanefjord Kirke, Fanefjord Kirkevej 51, 4792 Askeby.
  • Öffnungszeiten: Keldby und Elmelunde sind dank automatischer Türöffnung täglich von 9 bis 20 Uhr zugänglich, Fanefjord täglich von 8 bis 18 Uhr – jeweils ganzjährig ohne saisonale Staffelung. Stand 2026, Zeiten vor dem Besuch prüfen.
  • Eintritt: Alle drei Kirchen sind frei zugänglich. Eine offizielle Eintritts- oder Spendenaufforderung gibt es nicht; eine freiwillige kleine Spende in dänischen Kronen (DKK) ist in dänischen Volkskirchen üblich.
  • Fernglas mitnehmen: Viele Details liegen hoch oben in den Gewölben und sind von unten nur schwer zu erkennen.
  • Rücksicht nehmen: Es sind aktive Kirchen – während Gottesdiensten und kirchlichen Handlungen kann die Besichtigung eingeschränkt sein. Eine Voranmeldung ist sonst nicht nötig.

Møn hat darüber hinaus weitere mittelalterliche Kirchen, etwa in Stege, Magleby, Borre und Damsholte. Für die Kalkmalereien sind es aber Elmelunde, Keldby und Fanefjord, die den Ruf der Insel begründen.

Häufige Fragen

Welche Kirchen auf Møn sind kostenlos?+

Alle drei Freskenkirchen sind frei zugänglich – Elmelunde, Keldby und Fanefjord verlangen keinen Eintritt. Eine offizielle Spendenaufforderung gibt es nicht; eine freiwillige kleine Spende in dänischen Kronen (DKK) ist in dänischen Volkskirchen üblich, aber nicht verpflichtend.

Welche Kirche auf Møn ist die wichtigste?+

Wenn du nur eine besuchen kannst, ist Fanefjord die Empfehlung. Die Gewölbefresken gelten vielen als das Meisterwerk des Elmelunde-Meisters, künstlerisch am geschlossensten – dazu kommt die einsame Lage über dem Fjord und das große Großsteingrab Grønsalen direkt nebenan. Keldby punktet mit dem umfangreichsten Bildprogramm aus vier Epochen, Elmelunde ist die älteste und Namensgeberin.

Wie viele Freskenkirchen gibt es auf Møn?+

Drei Kirchen tragen die berühmten Kalkmalereien des Elmelunde-Meisters – Elmelunde, Keldby und Fanefjord. Møn hat zwar weitere mittelalterliche Kirchen, etwa in Stege, Magleby, Borre und Damsholte, doch den Ruf der Insel begründen diese drei.

Wann sind die Møner Kirchen geöffnet?+

Keldby und Elmelunde sind dank automatischer Türöffnung täglich von 9 bis 20 Uhr zugänglich, Fanefjord täglich von 8 bis 18 Uhr – jeweils ganzjährig ohne saisonale Staffelung. Während Gottesdiensten und kirchlichen Handlungen kann die Besichtigung eingeschränkt sein; Stand 2026 bitte vor dem Besuch prüfen.

Wie kombiniere ich die drei Kirchen an einem Tag?+

Keldby und Elmelunde liegen wenige Kilometer auseinander direkt an der Hauptstraße von Stege Richtung Møns Klint und lassen sich gut als Stopps auf dem Weg zu den Kreidefelsen einplanen. Fanefjord liegt abseits im Südwesten und erfordert einen separaten Abstecher von rund 15 bis 16 km. Ein Fernglas hilft überall, die Details in den Gewölben zu erkennen.