Das Wahrzeichen von Møn
Møns Klint ist die spektakulärste Naturlandschaft der Insel und eine der bekanntesten Dänemarks. Über fast sieben Kilometer ziehen sich die leuchtend weißen Kreidefelsen entlang der Ostküste, an ihrer höchsten Stelle – dem Dronningestolen („Königinnenstuhl”) – ragen sie bis zu 128 Meter über die Ostsee. Die Kreide bildete sich vor über 70 Millionen Jahren aus den Schalen winziger Meereslebewesen (Coccolithophoren); erst die Gletscher der Eiszeit schoben die Schichten nach oben und falteten sie zur heutigen Steilküste auf. Direkt hinter der Kante beginnt der uralte Buchenwald von Høje Møn – Klippe und Wald gehören landschaftlich zusammen.
Hinunter ans Wasser: 497 Stufen
Vom Plateau führt die Maglevandstrappen mit 497 Stufen hinab zum Strand – laut GeoCenter und Naturstyrelsen die längste Treppe Dänemarks. Eine zweite Treppe, die Grårygtrappen, zählt 468 Stufen. Der Abstieg ist eindrucksvoll, der Aufstieg fordernd; plane Zeit und Kondition ein. Unten erwartet dich ein Strand aus Feuerstein und Kreidegeröll mit Blick auf die schroffen weißen Wände. Festes Schuhwerk ist Pflicht, die Steine sind oft glitschig.
Wichtig für die Planung: Die Sturmflut im Oktober 2023 riss die unteren Meter aller fünf Strandtreppen weg. Seit Sommer 2024 sind drei Treppen wieder offen, darunter die wiederaufgebaute Maglevandstrappen; die Treppe Røde Udfald war zuletzt noch im Wiederaufbau (geplant 2025–2026). Welche Treppe gerade nutzbar ist, steht aktuell auf der offiziellen Seite – ein Blick vor der Anreise lohnt. Einen alternativen, flacheren Strandzugang gibt es rund drei Kilometer entfernt beim Leuchtturm Møn Fyr.
Fossilien am Strand
Der Strand unterhalb der Klint ist ein beliebter Ort zum Fossiliensuchen. Mit etwas Glück findest du versteinerte Seeigel, Belemniten („Donnerkeile”) oder Abdrücke urzeitlicher Meerestiere, die nach Regen und Steinschlag aus der Kreide freigespült werden. Das Sammeln loser Funde am Strand ist erlaubt – das Klopfen an der Felswand dagegen gefährlich und verboten, weil immer wieder Material abbricht. Die Klippe erodiert aktiv: Bleib auf den Wegen und Treppen, klettere nicht an der Wand und tritt nicht zu nah an die Kante.
Lohnt sich der Besuch – und für wen?
Møns Klint ist ein Pflichtziel auf der Insel; allein der Blick vom Dronningestolen über die weiße Steilküste und die türkise Ostsee rechtfertigt die Anfahrt. Wer nur die Aussicht und den Strand sucht, braucht kein Ticket: Klint, Strand und Treppen sind kostenlos und ganzjährig zugänglich. Das angeschlossene GeoCenter Møns Klint – mit interaktiver Ausstellung, 3D-Kino, Café und Aktivitäten – lohnt vor allem mit Kindern, bei schlechtem Wetter oder wenn dich die Geologie genauer interessiert. Es ist allerdings nur von Ostern bis Ende Oktober geöffnet; im Winter sind die Felsen frei zugänglich, das Museum aber geschlossen. Am schönsten ist die Klint im Frühsommer und im Herbst, früh am Tag, wenn die Sonne die Felsen anstrahlt und noch wenige Besucher unterwegs sind. Plane je nach Strandabstieg zwei bis vier Stunden ein.
Besuch und Anreise
Ausgangspunkt ist das GeoCenter Møns Klint mit Parkplatz, Café („Coffee Møns Klint”) und ganzjährig von 6 bis 22 Uhr geöffneten Toiletten (inklusive Behinderten-WC). Von dort sind es nur wenige Minuten zum Aussichtspunkt am Dronningestolen. Das Parken kostet 45 DKK – das Kennzeichen wird bei der Einfahrt erfasst, bezahlt wird per QR-Code oder am Automaten vor der Ausfahrt; in der Hochsaison füllt sich der Platz schnell.
Mit dem Auto geht es über die E47/55, Ausfahrt 41, zur Adresse Stengårdsvej 8, 4791 Borre. Ohne Auto fährt von Ende März bis Ende Oktober der Bus 678 direkt ab Stege zum GeoCenter; ganzjährig fährt Linie 667 nach Magleby, von dort sind es rund 5,5 Kilometer zu Fuß oder per Rad. Fahrräder dürfen in den Bussen mit. Wer den Besuch in eine längere Tour einplant, kombiniert die Klint gut mit dem Buchenwald Høje Møn oder dem Schloss Liselund; Routen bündelt unser Anreise-Guide, Hinweise zur Jahreszeit der Reisezeit-Guide.