Møns Klint
Weiße Kreidefelsen mit Fossilienstrand
Møns Klint ragt bis zu 128 Meter über die Ostsee, über 70 Millionen Jahre alte Kreidefelsen, mit der 497-stufigen Maglevandstrappen hinab zum Fossilienstrand.
Inhalt
Das Wahrzeichen von Møn
Møns Klint ist die spektakulärste Naturlandschaft der Insel und eine der bekanntesten Dänemarks. Über fast sieben Kilometer ziehen sich die leuchtend weißen Kreidefelsen entlang der Ostküste, an ihrer höchsten Stelle, dem Dronningestolen („Königinnenstuhl"), ragen sie bis zu 128 Meter über die Ostsee. Die Kreide bildete sich vor über 70 Millionen Jahren aus den Schalen winziger Meereslebewesen (Coccolithophoren); erst die Gletscher der Eiszeit schoben die Schichten nach oben und falteten sie zur heutigen Steilküste auf. Direkt hinter der Kante beginnt der uralte Buchenwald von Høje Møn - Klippe und Wald gehören landschaftlich zusammen.
Hinunter ans Wasser: 497 Stufen
Vom Plateau führt die Maglevandstrappen mit 497 Stufen hinab zum Strand, laut GeoCenter und Naturstyrelsen die längste Treppe Dänemarks. Eine zweite Treppe, die Grårygtrappen, zählt 468 Stufen. Für den Abstieg brauchst du je nach Tempo 10-15 Minuten, der Aufstieg ist deutlich fordernder; plane Zeit und Kondition ein. Unten erwartet dich ein Strand aus Feuerstein und Kreidegeröll mit Blick auf die schroffen weißen Wände. Festes Schuhwerk ist Pflicht, die Steine sind oft glitschig. Wer die Treppe auslassen möchte, genießt die Aussicht vom Plateau am Dronningestolen, für Kinderwagen oder eingeschränkt mobile Besucher ist der Abstieg nicht geeignet.

Wichtig für die Planung: Die Sturmflut im Oktober 2023 riss die unteren Meter aller fünf Strandtreppen weg. Seit Sommer 2024 sind drei Treppen wieder offen, darunter die wiederaufgebaute Maglevandstrappen; die Treppe Røde Udfald war zuletzt noch im Wiederaufbau (geplant 2025-2026). Welche Treppe gerade nutzbar ist, steht aktuell auf der offiziellen Seite
- ein Blick vor der Anreise lohnt. Einen alternativen, flacheren Strandzugang gibt es rund drei Kilometer entfernt beim Leuchtturm Møn Fyr.
Fossilien am Strand
Der Strand unterhalb der Klint ist ein beliebter Ort zum Fossiliensuchen. Mit etwas Glück findest du versteinerte Seeigel, Belemniten („Donnerkeile") oder Abdrücke urzeitlicher Meerestiere, die nach Regen und Steinschlag aus der Kreide freigespült werden. Das Sammeln loser Funde am Strand ist erlaubt, das Klopfen an der Felswand dagegen gefährlich und verboten, weil immer wieder Material abbricht. Die Klippe erodiert aktiv: Bleib auf den Wegen und Treppen, klettere nicht an der Wand, tritt oben nicht zu nah an die Abbruchkante und meide unten den Bereich unmittelbar unter überhängenden Wänden.
Lohnt sich der Besuch, und für wen?
Møns Klint ist ein Pflichtziel auf der Insel; allein der Blick vom Dronningestolen über die weiße Steilküste und die türkise Ostsee rechtfertigt die Anfahrt. Wer nur die Aussicht und den Strand sucht, braucht kein Ticket: Klint, Strand und Treppen sind kostenlos und ganzjährig zugänglich. Das angeschlossene GeoCenter Møns Klint - mit interaktiver Ausstellung, 3D-Kino, Café und Aktivitäten, lohnt vor allem mit Kindern, bei schlechtem Wetter oder wenn dich die Geologie genauer interessiert. Es ist allerdings nur von Ostern bis Ende Oktober geöffnet; im Winter sind die Felsen frei zugänglich, das Museum aber geschlossen. Am schönsten ist die Klint im Frühsommer und im Herbst, früh am Tag, wenn die Sonne die Felsen anstrahlt und noch wenige Besucher unterwegs sind. Plane je nach Strandabstieg zwei bis vier Stunden ein.
Was du einpacken solltest
- Feste Schuhe mit Profil, die Stufen und die Strandsteine sind oft glitschig.
- Wetterfeste Kleidung; an der Küste weht es häufig.
- Wasser und einen Snack, besonders wenn du den Besuch mit einer Wanderung durch Høje Møn kombinierst.
- Tüte oder Döschen für gefundene Fossilien, lose Strandfunde dürfen mit.
Besuch und Anreise
Ausgangspunkt ist das GeoCenter Møns Klint mit Parkplatz, Café („Coffee Møns Klint") und ganzjährig von 6 bis 22 Uhr geöffneten Toiletten (inklusive Behinderten-WC). Von dort sind es nur wenige Minuten zum Aussichtspunkt am Dronningestolen. Das Parken kostet 45 DKK, das Kennzeichen wird bei der Einfahrt erfasst, bezahlt wird per QR-Code oder am Automaten vor der Ausfahrt; in der Hochsaison füllt sich der Platz schnell.
Mit dem Auto geht es über die E47/55, Ausfahrt 41, zur Adresse Stengårdsvej 8, 4791 Borre. Ohne Auto fährt von Ende März bis Ende Oktober der Bus 678 direkt ab Stege zum GeoCenter; ganzjährig fährt Linie 667 nach Magleby, von dort sind es rund 5,5 Kilometer zu Fuß oder per Rad. Fahrräder dürfen in den Bussen mit. Wer den Besuch in eine längere Tour einplant, kombiniert die Klint gut mit dem Buchenwald Høje Møn oder dem Schloss Liselund; Routen bündelt unser Anreise-Guide, Hinweise zur Jahreszeit der Reisezeit-Guide.
Häufige Fragen
Kostet der Besuch von Møns Klint Eintritt? +
Wie viele Stufen hat die Treppe an den Strand? +
Ist Møns Klint für kleine Kinder oder eingeschränkt Mobile geeignet? +
Wie hoch sind die Kreidefelsen von Møns Klint? +
Sind die Strandtreppen 2026 wieder geöffnet? +
Wie komme ich ohne Auto nach Møns Klint? +
In der Nähe
GeoCenter Møns Klint
Interaktives Erlebniszentrum oberhalb von Møns Klint, das rund 70 Millionen Jahre Erdgeschichte erzählt. Wettersichere Ergänzung zur frei zugänglichen Steilküste.
Høje Møn
Hinter den Kreidefelsen liegt Høje Møn mit Dänemarks ältesten Buchen, kalkreichen Orchideenwiesen und sieben markierten Wanderwegen im Dark-Sky-Park.
Dark-Sky-Park Møn
Dark Sky Møn ist Skandinaviens erster Dark-Sky-Park (Gold Tier), über Møn und Nyord. Über 5.000 Sterne, Milchstraße und Andromeda mit bloßem Auge.
Møn Fyr
Der weiße Leuchtturm von 1845 markiert die Südostspitze Møns. Sein Feuer ist bis heute aktiv, der Turm selbst aber nicht besteigbar, ein ruhiger Küstenstopp.
Schloss Liselund
Das reetgedeckte Lustschloss Liselund (dänisch Lystslottet) von 1792 gilt als kleinstes Schloss Dänemarks; sein Landschaftspark am Møns-Klint-Wald ist ganzjährig frei zugänglich.
Elmelunde Kirke
Die Elmelunde Kirke ist die älteste Kirche Møns und gab dem Elmelunde-Meister seinen Namen, ihre Gewölbe sind über und über mit Kalkmalereien um 1500 bedeckt.