Møn ist klein, isst aber überraschend gut. Seit die Insel 2017 von der UNESCO als Dänemarks erstes – und bis heute einziges – Biosphärenreservat anerkannt wurde, hat sich rund um biologische Höfe, kleine Manufakturen und regionale Produkte eine lebendige Szene gefestigt. Ein offizielles Genuss- oder Slow-Food-Label trägt Møn dabei nicht; der Reiz liegt in einer Handvoll ehrlicher Adressen zwischen Hafenräucherei, Bio-Hofladen und einem ernstzunehmenden Gourmetrestaurant.
Fisch am Hafen von Klintholm
Der Ort für frischen und geräucherten Fisch ist Klintholm Havn im Osten der Insel, nah an Møns Klint. Direkt am Fischereihafen liegt das Restaurant Klintholm (Thyravej 25, ehemals Klintholm Røgeri) – eingerichtet im umgebauten alten Gefrierhaus, eröffnet 2009, während am Ort schon seit 1943 geräuchert wird. Geöffnet ist hier nur mittags (etwa 12 bis 17 Uhr). Auf dem Frokostbuffet stehen hausgeräucherte Hering-Spezialitäten, Fischfilet, Fischfrikadellen, Lachs, Salate, Brot und Käse; der Preis liegt bei 249 DKK pro Person. Von der Terrasse schaut man dabei über den Fischereihafen.
Verlässliche Winteröffnungszeiten sind für das Restaurant nicht offiziell dokumentiert, und die frühere Homepage liefert aktuell Fremdinhalt – außerhalb der Saison also vorab über das Tourismusbüro prüfen.
Gourmetküche im ND122
Nur wenige Schritte weiter im selben Hafen zeigt das Restaurant ND122, dass Møn auch gehobene Küche kann. Der Betrieb kocht betont regional aus Meer, Feld und von lokalen Produzenten und wurde 2021 von der Den Danske Spiseguide als „Restaurant des Jahres” in der Kategorie Value for money für Seeland ausgezeichnet.
- Öffnungszeiten: ganzjährig, aber saisonal reduziert. Im Winterhalbjahr (Jan–März, Okt–Dez) nur Donnerstag bis Samstag, im Frühjahr und Sommer mehr Tage, im Juli Dienstag bis Samstag. Mittag 12–14 Uhr, Abendessen ab 18 Uhr.
- Preise (2026): 3-Gänge-Mittagsmenü 425–455 DKK pro Person, 8-Gänge-Abendmenü 635 DKK, die Weinbegleitung dazu 535 DKK.
- Reservierung wird ausdrücklich empfohlen – das Haus ist klein und die Öffnungstage sind begrenzt.
Hofläden und Bio-Produzenten
Der Gårdbutik-Bummel gehört für viele zum Møn-Besuch dazu – auch, um den Speiseschrank im Ferienhaus zu füllen. Die größte und bekannteste Adresse ist Møn Is auf Pollerup Hovgård (Hovgårdsvej 4) nahe Stege: ein Familienbetrieb in achter Generation mit rund 160 Bio-Milchkühen, der seit 2010 hausgemachtes Bio-Eis produziert und seit 2016 vollständig ökologisch wirtschaftet. Im Hofladen gibt es neben Eis (auch als Take-away-Eimer) Frischmilch zum Selbstzapfen (16 DKK/Liter zzgl. Pfand), Bio-Kaffee einer lokalen Rösterei, kaltgepresstes Rapsöl, steingemahlenes Mehl, Bio-Rindfleisch und -würste, Käse sowie Wein vom hiesigen Weingut.
Weitere lohnende Höfe und Molkereien:
- Hårbølle Mejeri og osteri auf Vestmøn – eine Bio-Hofmolkerei (zu Øllingegaard) mit Bio- Camembert und gesäuerter Bio-Schafsmilchsahne. Der Hofladen hat laut Tourismusangabe meist freitags und samstags geöffnet.
- Koster Færgegård – ein 120-Hektar-Bio-Hof mit Gårdbutik, eigenem Angus-Rindfleisch und eigenem Mehl.
- Møn Økologisk in Askeby – seit 1998 biologisch, mit Spargel, Rhabarber, Erdbeeren, Quitten, Walnüssen und Apfelcider.
Die Öffnungszeiten der Hofläden sind oft saisonal oder auf einzelne Wochentage beschränkt und ändern sich von Jahr zu Jahr; konkrete Preise für einzelne Käsesorten oder eine Eiskugel hängen am Hof. Plane den Besuch also lieber vor und rechne mit regionalen, also dänischen Preisen.
Bier, Gin und kleine Manufakturen
Über die Lebensmittel hinaus hat sich auf Møn eine Reihe kleiner Getränke- und Spezialitäten-Manufakturen etabliert, die Visit Møn zusammenführt:
- Bryghuset Møn – Craft-Bier an der Stege Bugt.
- Isle of Møn Spirits in Askeby – Gin aus lokalen Botanicals.
- Noorbohandelen auf Nyord – Spirituosen und Café, dazu die Nyord Sennepsmølle mit pestizidfreiem Senf.
- Café Farø Vad Æbleplantage – Cider aus eigenen Äpfeln.
Diese Produzenten lassen sich gut zu einem Tagesausflug verbinden, viele bieten Verkostung oder Direktverkauf an – auch hier gilt der Blick auf Saison und Öffnungstage.
Cafés, Bäckereien und das Smørrebrød
In Stege und an der Küste reicht das Angebot vom einfachen Imbiss bis zum Café. Eine handwerkliche Adresse ist der Øbageren in Stege, eine Surdejs- und Bio-Bäckerei mit Café und offen einsehbarer Backstube, die Brot, Roggenbrot und Kanelsnegle (Zimtschnecken) von Hand backt. Zimtschnecken sind eine gesamtdänische Spezialität und gehören wie ein Stück Kuchen zum Kaffee zur dänischen Hygge – probier sie einmal.
Das dänische Nationalgericht bleibt das offene Butterbrot Smørrebrød, belegt mit Fisch, Krabben, Frikadellen oder Käse. Als Richtwert für 2025/2026: ein einfaches Smørrebrød kostet etwa 26–39 DKK pro Stück, ein Fisch-„Stjerneskud” rund 89–99 DKK, und ein Premium-Menü mit Garnelen oder Räucherlachs 200–275 DKK pro Person.
Praktisches zum Einkaufen
Wer im Ferienhaus wohnt, versorgt sich am besten in Stege, wo sich die größeren Supermärkte konzentrieren:
- REMA 1000, Kostervej 2
- Netto, Ved Stranden 32 (laut Angabe täglich etwa 7–22 Uhr)
- Aldi, Vasen 1
- nahebei der SuperBrugsen in Lendemark
Außerhalb von Stege wird die Versorgung schnell dünn – gerade für abgelegene Standorte im Westen oder rund um Møns Klint lohnt es sich, vorher einzukaufen. Wie überall in Dänemark liegen die Preise spürbar über dem deutschen Niveau, besonders bei Alkohol. Wer mehr über Wege und Standorte wissen will, findet das in unseren Guides zu Orten auf Møn und zur Unterkunft.